Gespeichert unter: KaDDi
Alle Personen und Orte in dieser Geschichte sind frei erfunden. Aehnlichkeiten zu
lebenden Personen sind rein zufaellig und nicht gewollt.
Unsere dickste Freundin Kaddi ist eine wahre Klasse für sich… Ihre leichten bis mittelschweren Probleme erwähnt sie ihren Bekannten gegenüber oft in einem Zustand des Selbstmitleids; versucht diese aber gelegentlich in eindrucksvoller Weise und mit sehr viel Phatasie zu vertuschen:
DIE STOPPKNOPFSTORY
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt …
Es begab sich an einem Wochenende im Dezember, an dem einer von uns den 18. Geburtstag feierte. Kaddi war eingeladen. Doch sie kam nicht alleine. Kaddi brachte ihre Freundin Inge mit.
Kaddi reiste am frühen Nachmittag an um bei den Vorbereitungen zu helfen. (In Wirklichkeit hat sie es zu Hause nur nicht mehr ausgehalten und wollte endlich Lebewesen um sich haben. Ihr Hund Willi und ihre Fische wurden ihr als Gesprächspartner vermutlich langsam leid.)
19.00 Uhr, Party
Kaddi fühlte sich einsam. Der Saal war noch leer, die Gäste trafen erst nach und nach ein. Sie begann zu essen, schaute sich dabei panisch um. Es sollte doch keiner sehen, dass sie ein ganzes Fladenbrot mit Füllung verschlang.
DA! Kaddis Kopf starrte in Richtung Tür, ein letztes Salatblatt hing an ihrer Lippe. Das Objekt ihrer Begierde stand tatsächlich in der Tür! Kaddis Blick verhärtete sich, als sie die junge, hübsche & gut gebaute Frau neben Micha sah.
Man merkte förmlich, wie sich die Zahnräder in ihrem Kopf in Bewegung setzten. Wortfetzen wie „der ist doch schwul“.. und.. „aber den krich ich schon noch“… kreisten wirr in ihrem Kopf umher.
Zwei bewegende Stunden später. Kaddis Freundin Inge ist betrunken und beschäftigt und beachtet sie nicht mehr. Also macht sie sich auf den Weg. Irgendwo muss er doch sein. „Micha, … ich komme…“
Nach einer verzweifelten Suche und einem Zwischenstopp am kalten Buffet fand sie ihn oben auf der Galerie. In Begleitung von zwei gut gebauten Frauen. Zielstrebig marschierte sie auf ihn zu und bat ihn um ein Gespräch. Ein paar Meter weiter versuchte sie dann, das Objekt mit ihrer geballten Ladung an sexueller Schwungmasse gegen die nächste Wand zu drücken. Ihren Mund leicht geöffnet, die Zunge zwischen den Zähnen – in freudiger Erwartung auf die komplette Hingabe ihres Lustobjektes beugte sie sich ihm entgegen.
Falsch gedacht! Micha sprang entsetzt einen Schritt zur Seite und verwickelte den nächstbesten Partygast in ein Gespräch. Das war wohl nix, … frustiert setzte sie ihren Weg wieder zurück zum kalten Buffet fort.
Der Alkoholpegel stieg
Ihre Freundin Inge hatte mittlerweile Kontakte geknüpft und amüsiert sich mit ihrem neuen Partner auf der Tanzfläche. Kaddi war ja nicht ganz so dumm… Schnellen Schrittes ging sie in die Küche und entnahm dem Kühlschrank eine Flasche Hochprozentigen, ging in das Foyer und machte sich daran, ein männliches Wesen abzufüllen. Erfolg! Nach ungefähr einer Stunde war D. lustig angeheitert. Kurz: Saumäßig betrunken.
Nach einigem Zögern ergab er sich aber seinem Schicksal. Ihre Zunge schob sich langsam in seinen Mund. Ihrer Meinung nach erwiderte er dieses gierig. Wir sind aber der Meinung, dass dies nur die Folge eines unterdrückten Brechreizes war. Kaddis Freundin Inge befand sich derzeit schon auf dem Weg zur Unterkunft ihres neuen Partners.
Hier endet der Augenzeugenbericht.
Der nächste Tag
Kater. Kopfschmerzen. Zumindest für einige. Kaddi aber war schon am frühen Morgen hellwach, machte sich daran ihre Sachen zu packen und ihr erstes Frühstück einzunehmen. Anschließend holte sie ihre Freundin Inge ab, die – wie Kaddi später auf der Autofahrt erfahren hat – eine sexuell ausgelastete Nacht hinter sich hatte.
Zu Hause angekommen, machte uns’ Kaddi sich Gedanken. Eine Party… Alkohol… Männer.. Sex… und was ist mit mir??? Freudig begann sie zu reimen und rief das alte Objekt ihrer Begierde an. Sie erwartete eifersüchtiges Verhalten, als sie ihm erzählte, dass sie in der Nacht ihre Jüngfräulichkeit verloren hat. Nach einigem Nachbohren rückte sie endlich mit der Sprache raus: Es geschah im Aufzug. D. betätigte den STOPPKNOPF. Glückwunsch, Kaddi!
Die ganze Geschichte hat nur einen Haken. Den STOPPKNOPF. Nach einigen Überlegungen erschien es uns eher unwahrscheinlich, dass ein Fahrstuhl, der nur eine Etage zu überbrücken hat, einen STOPPKNOPF besitzt. Bei genauerer Untersuchung des Aufzuges fanden wir auch mit Hilfe eines enormen Vergrößerungsglases keinen STOPPKNOPF. Aber wir glaubten an das gute im Menschen – Klarer trübt ja bekanntlich den Blick. Dennoch wollten wir es genauer wissen. Nach telefonischer Kontaktaufnahme mit dem vermeintlichen Fahrstuhlvögeler wussten wir’s, …
Sorry, Kaddi, … diese Story war einfach zu absurd.